Der Fürther Ludwig-Erhard-Preis

Ludwig-Erhard-Büste in Fürth

"Ich will mich aus eigener Kraft bewähren, ich will das Risiko des Lebens selbst tragen, will für mein Schicksal selbst verantwortlich sein. Sorge Du, Staat, dafür, dass ich dazu in der Lage bin." Ludwig Erhard

Der Ludwig-Erhard-Initiativkreis Fürth e.V. lobt jährlich den "Fürther Ludwig-Erhard-Preis" aus, um Forschungstätigkeiten zu fördern, in denen verstärkt die Faktoren Innovation, Praxisnähe, Realisierbarkeit, wirtschaftlicher Nutzen und die Auswirkungen auf die Menschen in unserer Gesellschaft berücksichtigt sind. Der Preis ist dotiert. Informationen zur Bewerbung um den Preis und die Bewerbungsbedingungen finden Sie hier (PDF-Datei), das Formblatt zur Bewerbung hier.

Die Veränderungsgeschwindigkeit von Wissen und wirtschaftlichen Entwicklungen führt zu immer komplexeren Zusammenhängen in allen Organisationsbereichen.

Alle Institutionen, ob wissenschaftliche Ausbildungsstätten, Verwaltungen, soziale Einrichtungen, Unternehmen oder andere Organisationen erhalten durch die Weiterentwicklungen aus Forschung, Lehre, Wissenschaft und ständig neuer Erfahrungen Impulse, um höhere Effektivität und Effizienz zu erzielen.

Dabei sind es in vielen Fällen nicht die technischen, sondern die wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Aspekte, die die Steigerung der Leistungsfähigkeit grundlegend beeinflussen.

Voraussetzung für das Wirken der neuen Gedanken und Erkenntnisse ist in allen Fällen die praktische Umsetzung, um zu den gewünschten Veränderungen oder Anpassungen zu gelangen. Häufig jedoch werden die Chancen nicht genutzt, weil neue Ansätze die erforderliche Praxisnähe nicht erkennen lassen, oder diese zumindest nicht im Vordergrund steht.

Gerade diese Fakten sind es, die die wissenschaftlichen Arbeiten von Ludwig Erhard auch in der heutigen Zeit noch attraktiv und wertvoll machen. Mit der Umsetzung der Theorie der Sozialen Marktwirtschaft in die wirtschaftspolitische Praxis in der Aufbauphase nach 1948 - dem vielfach gelobten Deutschen Wirtschaftswunder - wurde deutlich, dass wissenschaftliche Leistung erst durch Praxisnähe wirklich wertvoll wird. Die Tatsache, dass Ludwig Erhard als Wirtschaftsminister und Kanzler der Bundesrepublik Deutschland diese Umsetzung verantwortlich vorantrieb, zeigt nur um so deutlicher, wie sehr er die beiden Blickwinkel, fundierte wissenschaftliche Betrachtung und Realisierung in der Praxis, beachtet hat, um auf diesem Weg zu umfassenden Veränderungen zu kommen.

Mehr denn je ist für den deutschen Wirtschaftsraum, in dem es keine wesentlichen Ressourcen in Form von Bodenschätzen gibt, überlebensnotwendig, auf die Fähigkeiten der Menschen als Ressource zu setzen. Die Ergebnisse von wissenschaftlichen Forschungstätigkeiten sollten daher in Zukunft Inhalte berücksichtigen, aus denen hervorgeht, wie innovativ die Forschungsarbeiten sind. Zum anderen soll der Praxisnähe und der Realisierbarkeit der Arbeitsergebnisse Rechnung getragen werden. Besondere Beachtung in den einzureichenden Arbeiten wird dem wirtschaftlichen Nutzen und den möglichen Auswirkungen auf die Gesellschaft geschenkt.

Dazu ist Eigeninitiative gefragt. Eigeninitiative aktiver Wissenschaftler mit Universitäten als treibender Kraft und der Förderung von Sponsoren, die diese Vorstellungen durch entsprechende Zuwendungen unterstützen. Mit dem "Fürther Ludwig-Erhard-Preis", einer Auszeichnung für Promotionsarbeiten, soll jährlich eine wissenschaftliche Arbeit auf hohem Niveau dann ausgezeichnet werden, wenn gezeigt wird, dass und wie sich in ihr die oben genannten Faktoren widerspiegeln.

Dem "Fürther Ludwig-Erhard-Preis" liegt damit der Gedanke zugrunde, praxisrelevante Arbeiten auszuzeichnen, die einen gesamtwirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Bezug erkennen lassen. Dabei geht es besonders um die Weiterführung der Grundgedanken der Sozialen Marktwirtschaft im Sinne von Ludwig Erhard: Um Wirtschaftsleistungen, die Verbrauchern nutzen, mit denen sich Mitarbeiter identifizieren, die die Umwelt schonen und um gesellschaftliche Leistungen, die den sozialen Frieden fördern. Heute müssen wir Antworten auf die neuen Herausforderungen von morgen finden.