Verleihung des Fürther Ludwig-Erhard-Preises 2013

am 05.10.2013

Festliche Ludwig-Erhard-Konferenz am 15. Oktober 2013 aus Anlass des 50. Jahrestages der Wahl Ludwig Erhards zum Bundeskanzler mit Verleihung des Fürther Ludwig-Erhard-Preises 2013 im Stadttheater Fürth

Am Abend als festlicher Abschluss der Konferenz mit mehr als 600 Persönlichkeiten aus der ganzen Republik ein Staatsempfang der Bayerischen Staatsregierung, zu dem der Bayerische Innenminister und der Bayerische Wirtschaftsminister auf die Nürnberger Kaiserburg einluden.

Mehr als zwei Jahrzehnte hat Ludwig Erhard das politische und wirtschaftliche, das soziale und das geistige Profil Deutschlands geprägt.

Kein anderes Gründungsdokument der Republik, vom Grundgesetz abgesehen, wird heute in der Welt so aufmerksam studiert, wie das von Ludwig Erhard formulierte und durchgesetzte Konzept der Sozialen Marktwirtschaft.

Dr. Oscar Schneider, Bundesbauminister a.D., Christian Schmidt, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverteidigungsminister, Prof. Dr. Michael Stürmer, Chefkorrespondent der WELT-Gruppe, Dr. h.c.Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. Tomas Jung, Oberbürgermeister der Stadt Fürth, Evi Kurz, Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreises Fürth e.V., Prof. Dr. Paul Kirchhof, Bundesverfassungsrichter a.D, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Daniel Koerfer, Honorarkonsul Gerhard Wöhrl.

Seine Ernennung zum Bundeskanzler, die sich am 16. Oktober 2013 zum fünfzigsten Mal jährte, war für den Ludwig-Erhard-Initiativkreis Anlass für die erste Ludwig-Erhard-Konferenz.

Knapp vier Stunden lang beleuchteten Experten, unter Ihnen Friedrich Merz, Prof. Dr. Paul Kirchhof, Prof. Dr. Daniel Koerfer, Prof. Dr. Michael Stürmer, Dr. Henry Kissinger, Dr. Oscar Schneider die historische Rolle Ludwig Erhards und die hohe Aktualität seines Konzeptes der Sozialen Marktwirtschaft.

Fürths Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung drückte in seinem Grußwort die Freude über das geplante Ludwig-Erhard-Haus in Fürth aus.

Die Vorsitzende des Initiativkreises und Vorsitzende des Vorstands der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus, Evi Kurz, beleuchtete in Filmbeiträgen die Rolle Erhards, berichtete über den Stand der Projektes Ludwig-Erhard-Haus und dankte allen Stiftern, Spendern und Fördern.

„Ludwig Erhard hat den deutschen Proletarier abgeschafft, er hat ihm die Chance zur Freiheit gegeben und ihn zum Sozialpartner gemacht“, sagte Dr. Oscar Schneider, früherer Bundesbauminister und als CSU-Politiker und Zeitzeuge auf der Konferenz in einer Gesprächsrunde, die der Historiker und Chefkorrespondent der Welt-Gruppe, Prof. Dr. Michael Stürmer, erstklassiger und hoch interessant moderierte. Dr. Henry Kissinger, ehemaliger amerikanischer Außenminister und Mitglied im Beirat der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus war mit einem Interview aus New York in der Runde dabei.

An den großen Mut, mit dem Erhard gegen viele Widerstände 1948 die Währungsreform mit einem radikalen Wechsel von der Plan- zur Marktwirtschaft verband, erinnerte der Historiker Prof. Dr. Daniel Koerfer. Er ist ein Politiker gewesen, der viele Macht- und Intrigenspiele nicht mitspielte, ein „Politiker, der kein Politiker sein wollte“. Die Einführung der Marktwirtschaft durch Erhard „sein ein brutaler Akt“ gewesen, die Menschen hätten damals wenig Geld gehabt, aber einen hohen Bedarf an Gütern. Ihnen sei viel abverlangt worden

Dass die Marktwirtschaft in Deutschland gefährdet wäre, dem widersprach der frühere Fraktionsvorsitzende und CDU-Bundespolitiker Friedrich Merz. In Deutschland und auch in Europa seien die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft fest verankert. Doch die EU verliere sich in Klein-Klein-Regulierung, vom Glühbirnenverbot über Tabakwerbegesetze bis hin zur Forderung nach einer Frauenquote. Es brauche stattdessen eine große angebotspolitisch orientierte Reform-Agenda für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Die Position des deutschen Wirtschaftsministers sei heute leider schwächer als früher, beklagte Merz.

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter und Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Dr. h.c. Paul Kirchhof mahnte in Europa eine Rückkehr zum Recht an, besonders zum Maastricht-Recht mit den Verschuldungsgrenzen.

Demnach sei der ESM-Krisenfonds „ein vorläufiger Akt der Illegalität“, der bald widerrufen werden sollte. Erhard habe stets die überragende Bedeutung stabilen Geldes betont und sei damit aktueller denn je.

14 Bewerberinnen und Bewerber für den Fürther Ludwig-Erhard-Preis 2013

In der diesjährigen elften Preisrunde um den Fürther Ludwig-Erhard-Preis haben sich 14 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von insgesamt mit ihren Dissertationen beworben. Mit dem ersten Preis, dotiert mit 4000 Euro, zeichneten Evi Kurz als Vorsitzende des Initiativkreises und der ehemalige Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Friedrich Merz, Dr. Andreas Schmid mit seiner Dissertation „Konsolidierung und Konzentration im Krankenhaussektor – Eine empirische Analyse der Marktstruktur unter Berücksichtigung des Krankenhausträgers“, geschrieben an der Universität Bayreuth, aus.

Weitere Preisträger (je 1000 Euro) sind Dr. Christian W. Müller mit der Arbeit „Desinvestitionen und Anreizsysteme – Theoretische Fundierung und empirische Analyse in deutschen börsennotierten Unternehmen (2007-2010)“, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, und Dr. Alexander Berthold Brunner mit dem Thema „Einkommensverteilung in Deutschland – Theoretische Übelegungen, empirische Befunde, wirtschaftspolitische Implikationen“, Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Allen Sponsoren der Ludwig-Erhard-Konferenz sei auch an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich gedankt!

Impressionen